30. DM Titel für Sabrina Mockenhaupt

Tuesday, May 17, 2011 Sabrina Mockenhaupt hat bei den deutschen 10 000 Meter-Meisterschaften in Essen ihren dritten Titel in Serie gewonnen. Die 30-jährige Siegerländerin setzte sich nach 33:34,99 Minuten vor Corinna Harrer (LG Regensburg/33:57,54) und Veronica Pohl (Bayer Leverkusen/33:59,02) durch.
Mockenhaupt, die recht verhalten anging und erst auf den letzten 2000 Metern anzog, feierte bei fast sommerlichen Temperaturen ihre insgesamt 30. deutsche Meisterschaft, wobei ihre Strecken bis hin zur Marathon-Distanz reichen.
«Bis auf die letzten fünf Runden war das heute eine lockere Angelegenheit», befand die Ausnahme-Langstrecklerin.


Neben den reinen Fakten zu den Meisterschaften, die aus der obigen dpa-Meldung hervorgehen, möchte ich aber anlässlich meines 30. DM-Titels gerne auch was Grundsätzliches sagen. Ich bin stolz 30 DM-Titel erlaufen zu haben, wobei ja hierzu nicht meine zahlreichen Jugend und  Juniorinnentitel zählen. Wenn ich an meine ersten Deutschen Meisterschaften vor 13 Jahren in Gotha denke, wo ich 4. wurde, hat sich eine Entwicklung eingestellt, die ich mir damals nicht in meinen kühnsten Träumen vorstellen konnte. Dies ist die schöne Seite der Medaille. Man muss aber auch die andere Seite sehen, denn teilwiese offen oder doch lieber versteckt wird öfters die Frage aufgeworfen, was das Erreichen eines DM-Titels für einen Wert hat? Die Deutschen laufen doch nur hinterher!    Ein Meistertitel in 33:34 ist im internationalen Vergleich doch nichts. Gut, objektiv mag dies ja richtig sein, aber ist dies der Zweck des Sportes? Unterliegen diejenigen, die so reden nicht auch dem Irrglauben des ungebremsten Wachstums, deren Grenzen wir z.Z. in drastischer Weise jeden Tag vor Augen geführt bekommen? Auch das Wachstum in der Leichtathletik (immer schneller, höher, weiter) ist begrenzt. Durch die Aufstellung von neuen Rekorden meinen wir zwar, dass dies nicht so sei, doch haben wir ja schon mehrmals feststellen müssen, dass diese Rekorde nicht immer legal erzielt wurden. Also mein Appell: Bitte nicht alles mies machen. Hier nimmt man jedem Sportler und Sportlerin die Motivation. Denn Sport soll in erster Linie Spaß machen, einen Ausgleich für den Alltag schaffen und gesundheitlichen Aspekten dienen. Ich für meinen Teil vergleiche mich mit den Ergebnissen der ewigen deutschen Bestenliste und da stehe ich sehr gut dar. Wenn hier immer die glorreichen und erfolgreichen Zeiten der deutschen Leichtathletik dieser Tage hochgehalten werden, dann ist zu entgegnen, dass man sich mit den dort erreichten Zeiten auf den Plätzen wiederfinden würde, die ich heute belege. In diesem Sinne, wünsche ich mir und allen, die sich sportlich betätigen ständig das Selbstvertrauen, um ihre Leistung nicht durch diejenige relativieren zu lassen, die hier nicht den ganzheitlichen Blick haben. Und danke hier nochmals all meinen Fans, die dies offensichtlich auch so sehen.