Sebastian Dehmer meldet sich zurück

Thursday, March 4, 2010


Sebastina Dehmer is back, nach seinem Ausflug zur Darmstädter Konkurrenz ist der Griesheimer wieder dort angekommen, wo er auch zu Hause ist.  Beim Griesheimer Silvesterlauf feierte er ein fulminantes  sportliches Comeback. Nach dem Trainingslager in Bodenmais meldet er sich in der Rolle als Mannschaftssprecher und Kapitän zurück. Sebastian Dehmer hat in der erzwungenen Pause vom Sport auch das Leben außerhalb des Sports kennen gelernt. Als Familienvater, Design-Student mit eigener Kidswear-Kollektion und Triathlet gibt es viele Gründe, bei Sebastian Dehmer einmal nachzufragen.





Sebastian, Du hattest beim Trainingslager in Bodenmais Deine Familie dabei. Für Dich offensichtlich ein wichtiger Rückhalt?

Es war klar, das wir als Familie nach Bodenmais fahren. Es war für mich vorher nicht abschätzbar, welche Trainingsbelastungen ich zu diesem frühen Zeitpunkt vertragen konnte. Rückblickend  war das Trainingslager auch  für uns als Familie ein voller Erfolg. Es hatte fast schon etwas von Urlaub, eine willkommene Abwechslung vom Alltag. Mein Sohn hat seinen ersten Skikurs gemacht, meine Freundin konnte auch etwas Sport treiben und ich hatte wirklich Spaß beim Training. Wenn man Familie hat, verteilen sich die Prioritäten etwas anders, damit aber auch die Belastbarkeit.





Du absolvierst gerade ein Design-Studium. Wie schaffst Du momentan den Spagat zwischen Familie, Studium und Sport?

...Und Beruf..! Schon vor dem Studium habe ich mich mit www.prinzemil.com selbstständig gemacht. Aus einer Idee und der Bewerbung zu meinem Studium entstand prinz emil-kidswear. Vor zwei Jahren wollte ich vom Hochleistungssport und dem Triathlon nichts mehr hören und sehen. Nun studiere ich im dritten Semester Design und mache im Mai 2010 mein Vordiplom. prinz emil-kidswear läuft seither im Vertrieb nebenbei. Aber zurück zur Frage:  Die Familie ist ein tragender Pfeiler in meinem Leben und sie gibt mir Rückhalt und Perspektive zugleich. Leider geht nicht alles immer zu 100 Prozent. Deshalb brauche ich die Unterstützung aus der Familie und einen straffen Zeitplan. Auf Partys bin ich seither selten zu finden. Die Prioritäten liegen heute einfach anders. Ich bin gerne auch einfach nur mal nur Papa.





In Bodenmais bist Du  Mannschaftssprecher und Kapitän geworden. Wie gefällst Du Dir in dieser Doppelrolle und wie siehst Du Deine zukünftigen Aufgaben?

Ich bin ein Querdenker, sehr kreativ und absolut zielstrebig. Hinzu kommt meine Leidenschaft für den Sport und der Willen zum Unmöglichen. Ich sehe seit meiner Auszeit vom Triathlon einiges anders und kenne nun auch das Leben nach dem Sport. Auch meine Einstellung zum Profisport hat sich geändert. Die Summe aus Allem hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Ich möchte ein Vorbild sein und übernehme gerne die Führungsrolle. Zukünftige Aufgaben sind die Optimierung von Abläufen innerhalb der ersten Mannschaft. Hier bin ich zusammen mit Daniel Schmoll der Ansprechpartner für Probleme und Anregungen. Seine Unterstützung ist mir bei den bevorstehenden Aufgaben absolut wichtig.





Mit dem Sieg beim Griesheimer Silvesterlauf ist Dir ein tolles und für viele unerwartetes Comeback nach Deiner Auszeit gelungen. Wie war es für Dich, wieder ein Wettkampf zu absolvieren und auch noch zu gewinnen?

Dieser Sieg ist nicht alleine mir zu verdanken. Die letzten Wochen und Monate waren schwer und für mich persönlich auch sehr hart. Es gab viele schwierige Momente, die ein komplettes Buch füllen könnten. Aber es gibt Menschen, die an mich glauben und die mir in dieser Zeit viel geholfen haben. Meinem Umfeld ist der Sieg gewidmet. Ich hatte jetzt fast zwei Jahre keine Zeit und Lust auf Training. Gesundheitlich durfte ich ohnehin kein Hochleistungssport treiben. Erst seit einigen Wochen kann ich ruhiges Training absolvieren. Der Knackpunkt war das Gespräch mit einem Freund. Gesundheitlich ist wieder alles soweit im Lot- ich solle es doch noch einmal probieren- wenn nicht jetzt, dann nie wieder! Seither trainiere ich wieder nach Plan. Das Gefühl ist wie früher, nur fühle ich mich noch belastbarer. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich keine Drossel in mir. Das zeigt mir, ich bin auf dem besten Weg, gesund zu werden. Der Silvesterlauf war ein persönlicher und sportlicher Auftakt. Ich wollte einfach nur schnell laufen, ohne Zeit- und Zielvorgabe. Ich war selbst sehr überrascht. So schätze ich selbst  meine Leistung als relativ gut ein. Das Gefühl nach diesem Rennen ist einfach gigantisch. Der Zuspruch danach zeigt auch das Interesse an meiner Person.



Für Cheftrainer Gerald Reichart spielst Du beim Carboo4U TuS Griesheim Triathlon Team zukünftig eine wichtige Rolle. Wie würdest Du Dich im Mannschaftsgefüge sehen?

Das ehrt mich alles sehr, muss aber sagen, ich bin nicht der Einzige in der Mannschaft. Gerne sehe ich mich als  Zugpferd und Vorbild. Trotzdem muss das Augenmerk auch auf den anderen Athleten liegen. Durch meine internationalen Rennen habe ich viel Erfahrung in Renntaktik und Renngestaltung. Ich weiß, worauf es ankommt und hier liegt mein Focus. Zudem habe ich eine gesunde Einstellung zum Sport. Ich betrachte mich als  Schnittstelle zwischen Athlet, Trainer und Vorstand.





Welche sportlichen Ziele verfolgst Du persönlich mit dem Team? Planst Du auch Einzelstarts bei anderen Wettkämpfen?

Die Frage ist schwierig zu beantworten. In diesem Jahr starte ich sicher in der ersten Bundesliga. Weiteres muss ich mit meinem Trainer besprechen. Natürlich bleibt ein Traum der Start bei den Olympischen Spielen. Um das zu realisieren, muss in meinem Umfeld und Training noch einiges passieren. Ich habe in den letzten Jahren viel gelernt, nicht nur im Sport sondern für´s Leben. Um seine Ziele zu erreichen, muss man hart arbeiten und den Willen haben, zu gewinnen. Wenn jetzt noch Sponsoren, Freunde und Familie hinter einem stehen, wird man in Zukunft viel Spaß mit mir haben.

Was ist für Dich das Besondere am TuS Griesheim Triathlon Team?

Sportlich und privat gibt es im Verein viele Schnittstellen. Die regionale Nähe zu den Trainigsstätten ist für mich ein zeitlicher Aspekt, weil ich für lange Trainingsanfahrten leider keine Zeit habe.  Die zunehmende Professionalisierung in der Triathlonabteilung ist für mich eine sportliche Perspektive.



Du studierst Design. Wo siehst Du Dich beruflich, wenn Dein Studium beendet ist. Eher in sportlicher Laufbahn oder eher in Richtung Design?

Design ist wie Triathlon eine Leidenschaft von mir. Ich würde gerne bei einem Sportartikelhersteller meine Ideen verwirklichen und dort als Designer an neuen Innovationen arbeiten. Die Möglichkeiten sind so vielfältig, dass ich sicher irgendwann die richtige Gelegenheit dazu bekomme.



HaBa