Offenbacher Crosslauf

Monday, January 25, 2010


Man nehme eine Suppenschüssel, verteile 20 Strohballen, nutze die vorhandenen flachliegenden Baumstämme und spanne rund 2.500 Meter Absperrband. Spicke das Ganze noch mit einer Schicht hart gefrorenem Schnee – fertig ist das Menü.



Der Offenbacher LC hatte am Samstag in den Leonhard Eißnert Park zum ersten `Suppenschüssel` Crosslauf eingeladen. Und 115 Teilnehmer brachten die Mulde neben dem Verkehrsübungsplatz und Kletterpark zum Kochen.



Dass die Premiere allen Beteiligten geschmeckt hat, beantworte einer der Läufer so: „Das war erste Sahne – die `Suppenschüssel` hat alles, was ein richtiger Querfeldeinlauf braucht.“



Die Senke war Dreh- und Angelpunkt der Neuauflage. „Mit einer Breite von 100 Metern, einer Tiefe von 40 m und einem Höhenunterschied von der Mitte bis zum Rand von fünf Metern, ist die `Suppenschüssel` ideal für einen Cross-Parcours“, erzählt Wolfgang Wegert mit leuchtenden Augen. Der eingefleischte Crossliebhaber zeichnet sich verantwortlich für die Organisation beim LC. „Ein idealer Rythmusbrecher“, fügt der Seligenstädter hinzu. Wie gerne hätte Wegert selbst die Laufschuhe geschnürt.



Stattdessen gab der 42-jährige den Startschuss zum Sprintcross über 800 Meter und übernahm die Moderation. Das Vereinsduell der LG Neu-Isenburg/Heusenstamm entschied Axel Koppert in 3:02 Minuten vor Markus Heidl (3:10). Dritter wurde Roger Winterott vom Offenbacher LC (4:27). Lisa Hübner von der LG Eintracht Frankfurt lief ohne Konkurrenz, erreichte dennoch in flotten 3:29 Minuten die Ziellinie.



Der Reigen fand im Schülerlauf seine Fortsetzung. Tom Gebel, im Trikot von LG EVO Seligenstadt, fand auf dem schweren Geläuf die beste Abstimmung. 8:45 Minuten die Siegerzeit des B-Schülers für 2.000 Meter. Für die LG Eintracht Frankfurt sicherte sich Lorena Keil den Sieg in 9:25. Über den Altersklassenerfolg freute sich C-Schüler Julian Lucas Martin (LG EVO Seligenstadt/9:14) als Einlaufvierter.



Das Hauptgericht wurde in zwei Gänge aufgeteilt. Für den kleinen Crosshunger viermal in die tiefe Senke - für den großen Appetit wurde die `Suppenschüssel` achtmal angerichtet.



Lokalmatador Roger Winterott machte nach der Vorspeise im Sprint, dem zweiten Platz (M50/20:25) über 4.000 Meter, die Langdistanz zum Supplement. „Schön war`s“, lachte der quirlige Haudegen, der mit dem vierten Platz (M50/42:10) belohnt wurde.



Einen Doppelstart wählte auch Philipp Ratz. Wurde der Athlet vom LG orag Friedberg-Fauerbach auf der Kurzstrecke nach 14:25 Minuten als Sieger gefeiert, reichte es für den ehemaligen Deutschen Marathonmeister auf der längeren Distanz über 8.000 Meter immer noch zum bronzenen Podestplatz (29:21).



Beide Läufe zählen zur Carboo4U Cross Trophy, der beliebten südhessischen Crosslaufserie mit neun Wertungsstationen. Hier sammelte ein bekanntes Gesicht der Trophy die volle Punktzahl. Regina Blatz vom TV Salmünster war Tagesschnellste in 18:33. Gefolgt von den Clubkameradinnen Petra Hartmann (18:54) und Claudia Fiebig-Keller (18:56) vom TV Hergershausen. Auch bei den Männern stehen zwei Carboo4U-Serienteilnehmer ganz oben. Hinter Philipp Ratz wurden Marko Arthofer („Das hat richtig Spaß gemacht hier“) vom TV Trebur (14:28) und Doppelstarter Markus Heidl (LG Neu-Isenburg/Heusenstamm/15:06) in der Ergebnisliste notiert.



Das Filetstück lockte 50 Querfeldeinläufer an die Startlinie. Achtmal in die `Suppenschüssel`, die Herausforderung der Wintersportler. „Du musst Schritt für Schritt voll konzentriert laufen“, schildert Thomas Seibert „und jede Sekunde achtsam sein, sonst liegst du auf der Nase.“ Genau dies passierte dem Hanau-Rodenbacher im Zweikampf mit Jan Mattis Kuhn. „In der Kurve mit der Baumstammpassage hat es mich hingelegt.“ Kuhn zog davon und kontrollierte die verbliebenen zwei Runden das Rennen. Nach 28:29 Minuten lief der Athlet von LC Diabü Eschenburg das Zielband. Mit leichten Schürfwunden folgte Seibert, der nach 28:54 die Altersklassenerfolg M30 gewann.



Bei den Frauen zuerst ein ähnliches Bild. Bis zur fünften Runde liefen Natascha Schmitt und Jenny Schulz Schulter an Schulter. Danach zog die Duathlonspezialistin von Skills 04 Frankfurt davon. Während Natascha Schmitt (LG Eintracht Frankfurt) das Nachsehen hatte, baute Jenny Schulz den Vorsprung kontinuierlich aus. Letztlich wurden 33:06 Minuten für Schulz und 34:30 für Schmitt gestoppt. Als Drittplatzierte sammelte Heike Hechler vom TV Hergershausen (43:54) wichtige Serienpunkte.



„Ihr habt da heute eine wirklich klasse Veranstaltung hingelegt. Super Strecke, super Organisation, und eine wirklich schöne und familiäre Atmosphäre im kleinen aber feinen Clubheim des VfB“, lobte der Bergsträßer Cay Krapf und ergänzte: „Respekt, und das für eine Auftaktveranstaltung.“



„Dafür dass es der erste Cross war, hat es unsere Erwartungen weit übertroffen“, freute sich der erste Vorsitzende Diethlem Kuttich. „Wir machen weiter“, strahlte auch Wolfgang Wegert bei der Siegerehrung zufrieden. Vielleicht darf er dann in die `Suppenschüssel`. Übrigens Pokale gab es keine - aber Suppenschüsseln.