Mit einem Schuh ins Ziel – Polar Team beim Chase 2010

Thursday, June 17, 2010


Wie viele von den rund 70.000 Teilnehmern beim diesjährigen Chase-Lauf in Frankfurt sind wohl mit nur einem Schuh ins Ziel gekommen? Und wie viele von diesen wahrscheinlich schon recht rar gesähten „Ein-Schuh-Läufern“ haben dazu noch eine Spitzenzeit abgeliefert?



Auch Axel F., Außendienst Repräsentant in den Diensten des weltweiten Marktführers von Herzfrequenz-Messgeräten und Trainingscomputern, hätte am Morgen des 10. Juni sicherlich nicht mit diesem Missgeschick gerechnet. Im Kreise des rund 50 Mann und Frau starken Polar Teams, das laufend oder walkend die 5,6 Kilometer durch die Mainmetropole absolvieren sollte, freute sich auch Axel auf das außergewöhnliche Lauferlebnis. Als aktiver Triathlet und Läufer sind ihm in seiner sportlichen Karriere schon viele Kuriositäten widerfahren.



Bei seiner vierzehnten Teilnahme beim Chase stellte sich mit dem Startschuss jedoch ein ganz neues Laufgefühl ein. Den Platz in einer der vordersten Startreihen hatte sich der Kollege aus dem Norden in den letzten Jahren hart verdient, immerhin war er Teil des Polar Chase-Teams, das vor zwei Jahren am Finale in New York mitlaufen durfte. Die Krone für jeden Chaseianer! 



3, 2, 1, Bäng! Wenige Meter, nur drei oder vier Sekunden nach dem Überqueren der Startlinie passierte es: „Ein nachfolgender Läufer tritt mir auf die Fersenkappe meines rechten Laufschuhs, Sekundenbruchteile später liegt der Schuh auf dem Asphalt“, beschreibt Axel die Situation nach dem Start. Der Schuh war weg, inmitten der Läufermassen war an ein Suchen des Schuhs natürlich nicht zu denken. Auch eine Aufgabe des Rennens kam für Axel nicht in Frage.



„Schließlich laufen wir ja alle für einen guten Zweck und es gibt  Sportler mit echten Handicaps, für die sind wir doch unterwegs“, denkt sich der Polar Kollege, der von nun an mit einem Schuh unterwegs ist. „Ich bin einfach so schnell als möglich weiter gelaufen, die CEP Socke schützte ein wenig die Fußsohle, aber ich wusste natürlich nicht, wie lange das so weiter gehen konnte“, berichtet Axel nach dem Lauf. Nach dem Motto „die Gedanken immer auf das Mögliche ausrichten und nicht auf die Beschränkungen“, konzentriert sich der Ein-Schuh-Läufer auf seinen Lauf. Anreiz bietet ein weiterer Polar Kollege, der mit hohem Tempo vor dem Mann aus dem Norden rennt. So bleibt Axel seinem Tempo treu. „Nach der Wasserstelle und dem Moderationsbus von RP, versuche ich möglichst auf den weißen Markierungen der Straße zu laufen, denn die sind nicht ganz so rau wie der nackte Asphalt“, doch an seinem Tempo hält Axel fest. Endlich kommt die letzte Kurve, es geht auf die Zielgerade, den Blick fest auf den vor ihm laufenden Polar Kollegen gerichtet. Nach 20:13 Minuten überqueren die Beiden zeitgleich die Ziellinie. Was für ein Finish!



Die Socke hat übrigens ohne weitere Blessuren die 5,6 Kilometer überstanden. Abgesehen von ein paar Blasen am Fuß kam auch bei Axel nach seinem furiosen und kuriosen Lauf Feierstimmung beim abschließenden Get-Together im Kollegenkreis auf. Doch ein bisschen Wehmut ist auch dabei. Immerhin waren die Schuhe fast neu und wie Axel nun aus eigener Erfahrung zu berichten weiß: Mit nur einem Schuh läuft es sich nicht so leicht.



Doch Axels Anfrage an den Veranstalter, ob vielleicht der Schuh beim Räumen der Überreste aufgefallen ist oder ob er von einem anderen Teilnehmer als „Fundsache“ bei den Organisatoren gelandet ist, blieb bislang ohne Erfolg. Trotzdem wird Axel im nächsten Jahr, dann bei seiner fünfzehnten Teilnahme wohl wieder für sein Polar Team am Start zum Chase stehen. Schließlich geht es um einen guten Zweck und wer weiß, vielleicht findet Axel dann ja seinen Schuh. Zu wünschen wäre es ihm.