Deutscher Duathlon-Meister im Interview

Tuesday, May 5, 2009 Etwas überraschend konnte Asics TEAM Witten-Kapitän Matthias Zöll den Deutschen Meistertitel im Duathlon am vergangenen Wochenende in Backnang erringen. Nach 1:52,23 Std. hatte er zehn Lauf-, 40 Rad- und weitere fünf Laufkilometer hinter sich gebracht.


„Ich bin überglücklich", formulierte Zöll seine Stimmung nach seinem ersten nationalen Titelgewinn. Mit ein paar Tagen Abstand berichtet Matthias Zöll im Interview über seine aktuelle Gefühlslage, die Besonderheiten des Duathlons und warum er dem Triathlon treu bleiben wird.



Hallo Matthias Zöll, wie fühlt es sich an, wenn man ein paar Tage hatte, um über den ersten Deutschen Meistertitel nachzudenken?

Ich weiß den Titel auf jeden Fall zu schätzen, und wenn man in ein paar Jahren seinen Kindern sagen kann: ‚Ich war mal Deutscher Meister', ist das ein schöner Gedanke. Aber ich bin auch jetzt schon ein wenig stolz, wenn ich die Medaille auf dem Schreibtisch neben den Büchern liegen sehe. Motiviert mich für die letzten zwei Wochen Diplomarbeit.



Nach diesem gelungenen Einstieg beim Duathlon, sehen wir Sie nun öfter in dieser Disziplin?

In diesem Jahr noch nicht. Wie im Vorfeld gesagt, es war als Formcheck eingeplant und dabei soll es erst einmal auch bleiben, denn ein paar Kilometer bin ich im Winter auch geschwommen und die sollen sich jetzt auch bezahlt machen. Außerdem möchte ich natürlich meiner Mannschaft beim Kampf um die Deutsche Meisterschaft im Triathlon behilflich sein, und das ganz besonders vor heimischer Kulisse am 13. Juni. Kurzum, es bleibt keine Zeit mehr für andere Duathlon-Wettkämpfe, zumal neben der Bundesliga auch noch Triathlon Europa-Cups anstehen, in denen ich zumindest so erfolgreich sein möchte wie im letzten Jahr auch.



Worin bestehen eigentlich beim Duathlon die wesentlichen Unterschiede zu einem Triathlon-Rennen?

Ein Duathlon ist wesentlich härter. Der abschließende Fünf-Kilometer-Lauf wird durch das Schwimmen in keiner Weise aufgewogen. Und vom Zehn-Kilometer-Lauf zu Beginn hat man dann den ganzen Wettkampf etwas, nämlich Schmerzen. Jeder, der sich bei einem Straßenlauf über diese Distanz schon einmal verausgabt hat, kann sich dies ja eigentlich vorstellen. Denn normalerweise fährt man, wenn überhaupt, danach Rad, um die Muskulatur zu lockern, und nicht mit einem 40er-Schnitt.



Zurück zur Saisonplanung. Haben Sie im Training etwas anders gemacht als in den Vorjahren? 2008 war die Frühform nicht so gut wie aktuell...

Ich habe tatsächlich einiges umgestellt, speziell in der Betreuung hat sich etwas geändert. Aber der entscheidende Unterschied zu 2008 ist, dass ich letztes Jahr zu Beginn der Saison überzogen hatte und in ein leichtes Übertraining gekommen war. Das war sehr ärgerlich, denn ich hatte viel trainiert. Ich hoffe, ich habe daraus für diese Saison gelernt.



Inwieweit hat sich nun die Zielsetzung und die Erwartung für die Triathlon-Saison verändert?

Eigentlich gar nicht. Wie schon gesagt, das Rennen war ein Test. Jetzt gilt es, sich auf die Triathlon-EM-Qualifikation im spanischen Pontevedra vorzubereiten. Ich hätte mich zwar mit dem Titel schon für die EM im Duathlon qualifiziert, doch die findet am selben Wochenende wie der Bundesligaauftakt in Gladbeck statt. Und da möchte ich gerne mit den anderen Wittener Jungs an der Startlinie stehen.



Weitere Informationen unter www.t-t-w.de