Hanka ist Europameisterin!

Sunday, November 2, 2008 Nach einem sehr packendem Rennen am Sonntag fiel die Entscheidung erst auf den letzten Metern


Lievien, 02.11.2008 Hanka Kupfernagel vom Team ITERA-Stevens hat sich am Sonntag im französischen Liévin den Europameistertitel im Querfeldein geholt. Auf dem schweren Kurs in Liévin verwies sie die Lokalmatadorin und Mitfavoritin Maryline Salvetat (Frankreich) mit 3s sowie die Tschechin Katerina Nash mit 13s auf die nächsten Plätze.



Unweit von Roubaix fand die diesjährige Europameisterschaft im Radcross schon ungewöhlich früh in der Saison statt. Nach tagelangen Regen war die Strecke sehr aufgeweicht und schwierig zu fahren. Glücklicherweise blieb es am Wettkampftag selbst trocken und die Bedingungen für Fahrer, Zuschauer, Mechaniker und Material waren besser als beim Training am Vortag. Die Frauenklasse ging wie immer 13.30Uhr nach den männlichen U19 Fahrern an den Start bei ca 7 Grad und teilweise sonnigen Abschnitten fanden ca.3.000 Zuschauer den Weg zur Strecke.



„Das war ein hartes Stück Arbeit", pustete Hanka Kupfernagel im Ziel erstmal durch. Für ihren dritten Titel nach 2003 und 2005 hatte sie sich offensichtlich schwer verausgabt „Das war eins meiner härtesten Rennen überhaupt, ich hatte einen Moment, wo ich mich schon geschlagen geben wollte, habe dann aber nochmal alles gegeben." gab die neue Europameisterin später auf der Pressekonferenz zu.

Von Beginn an hatte sich eine fünfköpfige Gruppe zusammengefunden, die sich im weiteren Verlauf des Rennens auf drei Fahrerinnen verkleinerte. Anteil daran hatte auch Hanka Kupfernagel, die als einzige einen steilen Anstieg fahren konnte, während die Konkurrenz absteigen musste. „In der zweiten Runde hatte ich nach dieser Stelle auch schon ein kleines Loch, habe dann aber nochmal rausgenommen, weil ich dachte, es sei zu früh für eine Solofahrt", so Kupfernagel, die ihre Stevens-Rennmaschine bei den tiefen und schmierigen Verhältnissen öfter wechselte als die Konkurrenz.



Selbst durch einen kleinen Sturz 2Runden vor Schluss in einer Abfahrt ließ sich die Weltmeisterin nicht aufhalten. „Aber es hatte Kraft gekostet, die drei Sekunden wieder zu zu fahren, denn die Konkurrenz nutzt jeden kleinen Fehler zur Attacke.", so Kupfernagel. Die Spannung stieg, als Kupfernagel in der letzten Runde zusammen mit Salvetat allein an der Spitze war und ungeplant noch ein mal das Rad wechseln musste. „Beim Wechsel verlor Hanka ca.50m - das klingt wenig, ist im schweren Gelände aber schon eine grosse Lücke - da haben die einheimischen Fans Maryline natürlich kräftig angefeuert", sagte Mike Kluge, der wie immer ganz nah am Renngeschehen war und sein "Schützling" zur Ruhe und Konzentration mahnte. So war Hanka rechtzeitig wieder an der Französin dran, taktierte noch einige Meter am Hinterrad, um dann 300 Meter vor dem Ziel zum Spurt anzusetzen.



„Ich kenne meine Stärken und habe die schwere Wiese vor dem Ziel zu meinen Gunsten genutzt. Jetzt bin ich sehr happy, dass ich den EM-Titel geholt habe und vor allem, dass ich bei solch einem spannenden Rennverlauf die Nerven hatte und bis zum richtigen Moment gewartet habe. Überraschend stark waren heute auch die tschechischen Fahrerinnen - allgemein zeigt sich, dass sich der Frauen Cross immer mehr spezialisiert und die Leistungsdichte, wie schon in den letzten Jahren mehr und mehr steigt. Deshalb wird es auch in den nächsten Wochen sehr spannende Wettkämpfe geben!" so Kupfernagel, für die es am kommenden Wochenende mit dem Weltcup in Pijnacker (Holland) weitergeht. " Ich werde logischerweise nicht jedes Rennen gewinnen können - aber ich kann es versuchen und es ist für mich selbst sehr interessant, mich jedes Wochenende neuen Herausforderungen, neue Streckenbedingungen und neuen Konkurrenten zu stellen."