Darmstädter Crosslauf – Härtetest für EM-Kandidaten

Tuesday, November 24, 2009 Während beim Darmstädter Crosslauf auf der Langstrecke die Favoriten ihrer Rolle gerecht wurden und sowohl Steffen Uliczka bei den Männern als auch Julia Viellehner bei den Frauen die Wettbewerbe gewinnen und sich damit für die Cross-EM in Dublin empfehlen konnten, ging es beim 10.000 Meter– und Hindernis- Spezialisten Filman Ghirmai um einen ersten Härtetest zur Formüberprüfung. „Meine Priorität ist die Europameisterschaft in Barcelona. Darauf gilt es kontinuierlich und konsequent alle Kräfte zu bündeln und das Training so auszulegen, dass am Tag X die Höchstleistung erbracht werden kann. Der Crosslauf in Darmstadt heute war nach zwei Monaten Training, der erste Härtetest. Eine kleine Zwischenbilanz, eine Standortbestimmung im Vergleich zu den Gegnern“. Mit dem sechsten Platz in 32:56 Minuten auf der 10,3 Kilometer Strecke kann Ghirmai nicht ganz zufrieden sein. „Es ist nicht schlecht, aber noch nicht gut genug. Die Cross-Spezialisten waren mir nach der fünften Runde weggelaufen. Ich musste abreisen lassen und das tut weh.“ In solchen Situationen denken auch Leistungssportler ans Aufgeben. „Der Gedanke auszusteigen kam immer wieder, wurde aber direkt verworfen, denn das Ziel für Darmstadt war, einen Trainingsreiz zu setzten. Den Kampfeswillen stärken und das Durchhaltevermögen testen, auch wenn man im Training noch nicht so weit ist, ganz vorne mitzulaufen. Leichte Enttäuschung macht sich trotzdem breit, auch wenn man weiß, dass man kein guter Crossläufer ist. Doch für die Motivation war das heute ein super Tag. Jetzt heißt es wieder ranklotzen, um den Abstand zu verringern, um bald wieder ganz vorne mitzulaufen“, beschreibt Ghirmai seine Gefühle nach dem Rennen. Für Überraschung sorgte die Triathletin Rebecca Robisch, die vor den Laufspezialistinnen das Rennen der Juniorinnen über 6.700 Meter gewinnen konnte. „Am Ende musste ich mich nur Rebecca Robisch geschlagen geben, die mit einer Sekunde vor mir über die Ziellinie lief. Mit einer weiteren Sekunde Vorsprung vor meiner Dauerrivalin Mareike Schrulle und mit brennenden Oberschenkeln konnte ich als Zweite das Rennen beenden. Ich bin überglücklich über das Ergebnis und die EM-Qualifikation“, freute sich die zweitplatzierte Anna Hahner über ein gelungenes Rennen. Für die Cross-EM am 13. Dezember in Dublin, bei der Robisch aufgrund der Saisonvorbereitung in Sachen Triathlon wahrscheinlich nicht teilnehmen wird, ist Anna Hahner gut gerüstet.