Biathlon in Antholz - Olympia-Generalprobe für Biathleten

Wednesday, January 20, 2010


Zum letzten Kräftemessen vor den Olympischen Spielen in Vancouver treffen sich die Biathleten zum Weltcuprennen in Antholz.



Nach den Rennen in Oberhof und Ruhpolding werden insbesondere die deutschen Athleten ohne den großen Rummel auskommen und vor und nach den Rennen etwas mehr Ruhe abseits des Biathlon-Stadions finden. Simone Hauswald, die mit guten und stabilen Leistungen zum erfolgreichen Auftritt der Damenmannschaft beigetragen hat, meinte vor der Reise nach Antholz: "Ich freue mich auf Antholz. Immerhin stand ich hier zum ersten Mal auf dem Weltcup-Stockerl. Außerdem ist in Antholz immer alles ein wenig relaxter als zuletzt in Ruhpolding und Oberhof. Das tut nach dem ganzen Rummel auch mal ganz gut. Aber natürlich freuen wir uns über jeden Fan, der uns anfeuert. Ganz besonders schön war es, dass ich am Sonntag noch ein wenig Zeit hatte, mit meiner Familie zusammenzusitzen, ehe es heute dann schon wieder Richtung Süden ging. Jetzt hoffe ich, dass ich in den letzten drei Rennen vor Olympia weiter an meiner Stabilität arbeiten kann, um dann mit einem guten Gefühl für ein paar Tage nach Schönwald fahren zu können. Die Zeit bis zum Abflug werde ich zwar allein zu Hause sein, weil mein Mann bei der Jugend-WM ist, aber es wird trotzdem schön sein, noch ein paar Tag im Schwarzwald Kraft zu tanken."  



Bei den Männern wird Michael Rösch wieder zum Herrenteam stoßen. „Frank Ullrich hat mich angerufen und mir mitgeteilt, dass ich in Antholz dabei bin. Natürlich habe ich mich extrem darüber gefreut. Ich kann mich bei meinen Trainern nur für das Vertrauen bedanken und werde am Donnerstag im Einzel versuchen, es zurückzuzahlen. Beim IBU Cup in Nove Mesto habe ich mich gut gefühlt und wieder längst vergessene Erfahrungen aufgefrischt: da geht man seine Ski selbst testen und vieles andere ist nicht so luxuriös wie im Weltcup. Ich musste mich einfach um mich selbst kümmern und das hat gut getan. Jetzt bin ich glücklich über meine Chance. Meine Mundwinkel haben am Sonntag innerhalb weniger Stunden die Richtung um 180 Grad verändert." Auch Daniel Graf erhält nach guten Leistungen im IBU-Cup die Chance, sich beim Weltcuprennen in Antholz zu beweisen.



Bei den Damen sieht Bundestrainer Uwe Müssiggang keine Veränderungen gegenüber dem vorherigen Weltcup in der Besetzung vor. Vor allem Kati Wilhelm ist zuversichtlich für den letzten Test vor Vancouver: "Es geht immer besser. Wenn ich jetzt in Antholz am Schießstand vielleicht noch den einen oder anderen Fehler vermeide, dann kann ich ganz zuversichtlich nach Vancouver Island fliegen. Die Höhe von Antholz macht mir normalerweise keine großen Probleme. Aber in diesem Jahr werden wir ohnehin gar nicht ganz oben an der Strecke übernachten, sondern etwa 500 Höhenmeter tiefer. Auch das sollte kein großes Problem sein. Nach dem Rennen am Sonntag geht es direkt nach Hause, am Dienstag dann noch einmal zum Friseur und am Donnerstag über den großen Teich." Alle Augen sind jetzt Richtung Olympische Spiele gerichtet. Antholz wird allerdings noch einmal ein Gradmesser für die Entwicklung und Form aller Biathleten im Weltcupzirkus sein.