Klappe - Berlin Marathon der 36ste

Tuesday, September 22, 2009 Keine andere Stadt, kein anderer Marathon hat diese Anziehungskraft wie Berlin und sein Marathon. Berlin ist eben Hauptstadt, in Berlin trifft man Geschichte pur. Genau das ist der Reiz, hier Marathon zu laufen, -skaten, -rollen oder zu biken. Zudem spielt meistens der Wettergott mit.


In diesem Jahr gingen die Veranstalter um Mark Milde wieder neue Wege. Nach der letztjährigen Marathon Messe, die zum Teil mit chaotischen Verhältnissen für die Besucher aufwartete, verlegte man diese an und in den Flughafen Tempelhof. Keine kalten Messehallen erwarteten die Besucher - nein, es war Marathon Feeling an einem beeindruckenden Ort mit einer bewegenden Geschichte. Für viele war der Ort an sich interessanter als der eigentliche Sinn seines Besuchs. In den großen Hangars fand die Messe statt und das Flugfeld war Skaterbahn. Außerhalb der Hallen herrschte eine tolle Atmosphäre und innerhalb das übliche Gedränge und Gerangel, vor allen Dingen an den Ständen mit dem kostenlosen alkoholfreiem Bier.



Das Wetter meinte es - wie so oft - richtig gut. Für die über 9.000 Mini Marathonis war es fast schon zu warm. Schon erstaunlich und beeindruckend, da laufen über 9.000 Schülerinnen und Schüler 4,2 Kilometer. Die Vorurteile „Die Kids von heut hängen ja nur am PC, Spielkonsole oder Gameboy" sind da wie weggeblasen. Für die Skater hätten die Bedingungen nicht besser sein können. 8.000 machten sich pünktlich um 16:15 Uhr auf die Reise quer durch Berlin. Die Hoffnungen, dass endlich eine Endzeit von unter einer Stunde erreicht wird, konnten schon schnell begraben werden. Das Rennen war von Taktik geprägt. Attacke, Einholen und wieder fast Stillstand. So ging es bis zum Schluss. Am Ende kam es zur schon erwartenden Sprintentscheidung, welche Luca Saggiorato bei den Männern und Cecilia Baena bei den Frauen für sich entschieden.



Der Sonntag begann wie der Samstag endete: Wolkenlos und angenehme Temperaturen. Um 8:35 Uhr erfolgte für die Rennrollstuhlathletinnen und Athleten um die Ausnahmeerscheinung Heinz Frei der erste Startschuss. Gegen 8:45 Uhr folgte das große Feld der Handbikerinnen und Handbiker und um 9 Uhr das nicht enden wollende Feld der über 40.000 Läuferinnen und Läufer.



Noch waren die Bedingungen optimal, aber mit der Zeit wurde es immer wärmer und wärmer. Eine große Herausforderung für jeden Einzelnen. Es hieß nicht auf Biegen und Brechen einer neuen Bestzeit entgegen rennen, sondern sich klug den Begebenheiten anpassen und immer wieder auf und in den Körper hören. Hier hilft natürlich ein Herzfrequenzmesser von Polar, auf welche viele zurückgreifen. Ob RS100 für die reine Hobbyabteilung, ob RS400 für die Ambitionierten oder die CS Serie im Feld der Handbiker.



Schon um 9:50 Uhr schossen die Handbiker dem Ziel entgegen und erfreulicher Weise gab es mit Torsten Purschke einen deutschen Sieger. Bei den Frauen setzte sich die Niederländerin Monique van der Vorst durch. Kurz vor der Niederländerin hatte die Lichtgestalt des Rennrollstuhlsports Heinz Frei seinen 19. Sieg eingefahren. Unglaublich wenn man bedenkt, dass er erst zwei Wochen zuvor Weltmeister im Handbike wurde.



Zu diesem Zeitpunkt hatte die Spitze der Läufer gerade die Halbmarathonmarke erreicht. Es wurde immer wärmer und für alle schwieriger. Selbst ein Haile Gebrselassie musste dem Wetter Tribut zollen und verlor schon früh die angestrebte neue Bestmarke aus dem Auge. Nichts desto trotz war ihm der Sieg in 2:06,08 Stunden nicht zu nehmen. Knappe 20 Minuten dahinter folgte mit Atsede Besuye die erste Frau. Für ganz viele war zu diesem Zeitpunkt erst Halbzeit.



Generell bleibt festzustellen, Berlin ist immer eine Reise wert. Der real,- Berlin Marathon ist glänzend und absolut professionell organisiert. Was man etwas vermisst, ist die persönliche, gemütliche Note. Alle Abläufe sind auf die Minute geplant und lassen keinen Platz für Spontanität. Aber vielleicht kann man das bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung nicht mehr erwarten.