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Training mit Herzfrequenz

Sportliche Partnerschaft: „Unterstützung und Erfolge “

Eine sportliche Partnerschaft hat viel auszuhalten. Schon das effektive Training verschlingt viele Stunden der Vorbereitung. Langdistanz-Triathlon zählt zu den wohl zeitintensivsten Sportarten.

Ausdauersport wird für viele Paare schnell zu einer Belastungsprobe. Gerade dann, wenn der eine alleine Zuhause zurück bleibt, während der andere seinem Training nachgeht.

Eine sportliche Partnerschaft braucht viel Verständnis, einen genauen Plan, gegenseitige Motivation, Respekt und ein echtes Teamwork. Doch es lohnt sich gemeinsam für die sportlichen Träume zu kämpfen.

Gritts mentale Stärke – IRONMAN Maastricht 2018

An diesem trüben Morgen im August stehe ich bereits seit 30 Minuten auf der Brücke und starre mir die Augen aus dem Kopf. Bislang vergeblich. Unter mir sind schon viele dunkle Körper wie in Zeitlupe vorbeigezogen. Doch es gibt keine Spur von Gritt.

Unverkennbar die grünen Ärmel ihres Anzugs, unvergleichlich ihr Schwimmstil, an dem sie in den letzten Monaten so hart gearbeitet hat. Laut Plan ist sie an dieser Stelle überfällig. Endlich meine ich sie zu erkennen.

Also brülle ich mir die Stimme aus dem Leib, wissend, dass keines meiner Worte sie im Kampf gegen die Wellen erreicht. Ich eile Richtung Schwimmausstieg, obwohl ich weiß, dass sie von hier noch mindestens weitere 30 Minuten benötigt und ich gerade mal 10 Minuten.

Auf dem Rad

sportliche Partnerschaft und der Alltag

Bereits zum dritten Mal in Folge nimmt Gritt am IRONMAN Maastricht teil. Hinter ihr, oder besser gesagt hinter uns, liegen viele Schwimm- und Laufkilometer sowie unzählige Stunden auf dem Rad.

In den letzten Monaten gab es nicht viel gemeinsame Zeit. Gritts Tagesablauf wird von der Trainingsplanung bestimmt und nach dem Training steht die gemeinsame Analyse mit ihrem Trainer an. An welchen Schrauben muss gedreht werden, damit das Unterfangen IRONMAN ein Erfolgreiches wird.

Gemeinsame Zeit haben wir nur, wenn ich Gritt bei der einen oder anderen Trainingseinheit begleite oder wir mit unseren Vierbeinern am frühen Morgen sowie späten Abend rausgehen. Und sonst: Arbeiten, Essen, Schlafen und Training. Wir haben uns für eine sportliche Partnerschaft entschieden, aber es ist viel Zeit, die wir beide geopfert haben. Gerne geopfert für diesen einen Wettkampftag. An dem nichts so läuft, wie wir es uns beide gewünscht haben.

Sie weiss, dass ich da bin

Nach knapp über zwei Stunden hatte Gritt das Schwimmen beendet. Das Radfahren lief an diesem Tag ebenfalls nicht wie erwartet. Das Laufen wurde zu einer echten Qual. Die Ziellinie im Kopf trieb sie fast mechanisch vorwärts. Meine Versuche der Aufmunterung an der Strecke schienen an ihrem inneren Tunnel abzuprallen. Meine eigenen Emotionen fuhren Achterbahn zwischen Wut, Verzweiflung und Tränen des Glücks, da Aufgeben nie eine wirkliche Option war.

In sportlichen Partnerschaften überschreitet man die Ziellinie gemeinsam

Als Gritt an diesem Abend die Ziellinie erreicht, fließen bei uns beiden die Tränen. Tränen des Glücks, Tränen der Erleichterung und Tränen des Schmerzes. Ein seltsamer Lohn für die vielen einsamen Stunden. Doch für diesen einen Moment, für das Überschreiten der Ziellinie haben sich sämtliche Entbehrungen der letzten Monate gelohnt. Die Finisher-Medaille ist der Lohn für Gritts Durchhaltevermögen, aber auch für meine Unterstützung.

Was wir aus dieser Erfahrung mitgenommen haben: Nur gemeinsam sind wir stark.

PARTNERSCHAFT UND TRIATHLON- EINE HERAUSFORDERUNG


Triathlon ist eine sehr zeitintensive Sportart – drei Disziplinen müssen trainiert werden. Oftmals in Kombination. Triathleten verbringen viel Zeit im Wasser, noch mehr Zeit auf dem Rad und dann ist da noch das Laufen. In der Vorbereitung auf ein Rennen geht viel gemeinsame Zeit verloren. Um so wertvoller ist die gemeinsame Zeit. Qualität ist hier das Stichwort, nicht die Quantität zählt. Gegenseitige Toleranz verlangt im harten Trainingsalltag viel Feingefühl. Der passivere Partner darf in dieser Art der sportlichen Partnerschaft nicht zu kurz kommen. Ihm / Ihr gebührt mindestens genauso viel Achtung und Freiraum wie dem aktiveren Part. Am Ende werden beide an der Finishline mit unglaublichen Emotionen belohnt.

Getrennt und doch vereint – Tor des Geants 2013

330 Kilometer alleine in den Bergen des Aosta Tals. 145 Stunden alleine unterwegs, über 22.000 Höhenmeter, die von mir errungen werden wollen.
Ich bin in abwechselnd in sternenklaren und stürmischen Nächten unterwegs. Ich erlebe imposante Sonnenaufgänge, aber auch Regen, Sturm und Gluthitze.

In einer sportlichen Partnerschaft geht jeder auch eigene Wege.
Tor des Geants

Gritt ist drinnen… und doch irgendwie immer draußen

In dieser Zeit leidet Gritt in unserer gemütlichen Ferienwohnung in Courmayeur bei jedem Schritt vor dem Laptop mit. Sie zählt Höhenmeter um Höhenmeter, die ich zurücklege.
Sie fiebert vor dem Computer dem nächsten GPS-Signal, den Zwischenzeiten und damit einem weiteren Lebenszeichen von mir entgegen. Gritt treibt die Schlaflosigkeit in der Bleibe zwischen Wohnküche und Schlafgemach hin und her.

…ich bin alleine… und doch immer mit Gritt

Ich versuche ein paar Stunden Ruhe zu finden, auf den kärglichen Hütten auf Feldbetten. Auf improvisierten Lagern unter einer Wolldecke auf den großen Verpflegungsstationen und weiß, der andere Part unserer sportlichen Partnerschaft findet jetzt keine Ruhe.

In den schwierigsten Momenten, dann, wenn der Körper schreit, das Ganze doch endlich zu beenden, stärken mich die Bilder der gemeinsamen Erlebnisse, der Trainingsläufe und der Motivation. Die Kraft der Erinnerung lässt mich jedes Mal wieder aufraffen und weiterlaufen. Jeder Schritt ist schließlich ein Schritt dem Ziel und damit Gritt entgegen.

Gritt!

Vor meinem inneren Auge spielen sich unterwegs hundertfach die Vorstellungen des Erreichens der Ziellinie ab, hinter der sie wartet.

Gritt, diejenige, die mich unermüdlich zu diesem unglaublichen Abenteuer angetrieben und den Rücken gestärkt hat. Gritt, die mir den Rücken während vieler langer Trainings- und Vorbereitungsläufe frei gehalten hat. Nur sie treibt mich in den schwierigsten Momenten voran und bewahrt mich vor der vorzeitigen Aufgabe. Mit ihr in meinem Herzen bewältige ich die steilsten Anstiege und die nicht immer einfachen Abstiege (auch die im „wirklichen“ Leben).

Fange unbeschreiblich berührende Momente auf: Wildpferde und Steinböcke, unendlicher Sternenhimmel, Gesten und Worte von Betreuern und Begleitern. Nach unglaublichen 145 Stunden unterwegs, liegen wir uns im Ziel endlich in den Armen. Ihre Stärke wird mich auch die folgenden Tage begleiten, nicht nur im übertragenen Sinn. Ohne Gritt hätte dieses Abenteuer nie stattgefunden und ohne sie hätte ich es nie zu Ende gebracht.

Gemeinsame Ziele verbinden eine sportliche Partnerschaft

Selbst der erfahrenste Athlet mit reichlich Erfahrung stößt mitunter an Grenzen. Gegenseitiges Bestärken und die gemeinsame Suche nach neuen Herausforderungen können die Beziehung befruchten. Formuliert man von Beginn an ein gemeinsames Ziel, ziehen beide Partner an einem Strang. Sportliche Höhepunkte lassen sich bestens mit einem (Aktiv-)Urlaub verbinden, von dem beide Partner gleichermaßen profitieren. So werden sportliche Ziele zu einem gemeinsamen Weg, der gleichberechtigt eingeschlagen wird.
Doch Vorsicht: Das Rennen ist mit dem Erreichen der Ziellinie nicht abrupt vorbei. Man sollte sich gegenseitig die Zeit gönnen, das Erreichte gemeinsam zu feiern. Die sportlichen Momente noch einmal Revue passieren zu lassen. Wenn das sportliche Kapitel gemeinsam geschrieben wird, wird das Buch der Beziehungen um einen einmaligen Moment reicher.

Transalpine Run 2009 – die Zerreißprobe für Freund- und Partnerschaften

Ich konnte Gritts Allerwertesten nach sieben Tagen über die Alpen nun wirklich nicht mehr sehen. Sie hat als weniger Erfahrene das Tempo vorgegeben. Im Jahr 2009 haben wir es gemeinsam gewagt, an dem legendären Etappenrennen über die Alpen teilzunehmen. Wir haben während dieser Zeit Beziehungen scheitern gesehen. Die besten Freundschaften sind unterwegs zerbrochen, andere haben sich wohl für die Ewigkeit gefestigt.

Es wird hart und es ist schön!

Kaum ein anderes Rennen ist eine solche Herausforderung für Paare. Kleine Risse in der Beziehung werden zu unüberwindbare Gräben oder sie werden auf ewig verschweißt.

Wir waren uns bewusst, dass der Transalpine Run für uns eine Belastungsprobe mit ungewissem Ausgang werden würde. Nicht nur in sportlicher Hinsicht. Unsere Kommunikation während des Laufes beschränkte sich auf Wortfetzen: „Gel, Austreten, Jacke an-, Jacke ausziehen“.

Doch vereinten uns die vielen stillen Momente in den Bergen. Die wunderbaren Panoramen, das Gefühl, ein Teil von etwas ganz Großem zu sein.

Der gemeinsame Weg ist das Ziel

In den Monaten vor dem Startschuss haben wir manch lange Läufe gemeinsam absolviert, aber bei weitem nicht die Mehrheit des Trainings. Wir benötigen unsere Freiräume und akzeptieren sie auch beim Sport. Jedes Erreichen des Etappenziels war ein weiterer Erfolg und wurde gemeinsam für den Moment gefeiert. Um dann mit dem nächsten Gedanken schon bei der folgenden Etappe zu sein.

Der Transalpine Run hat uns deutlich gemacht, dass wir in Krisensituationen bestens harmonieren, dass wir uns wortlos verstehen. Weil wir viele Begegnungen – ob mit Mensch oder Natur – ähnlich intensiv wahrnehmen. Deshalb zählten wir am Ende der sieben Tage vielleicht zu den glücklichsten Finisher-Teams. Weil uns ganz besonders vor Augen geführt wurde, dass wir zusammen gehören.

Gritt und Harald

In der sportlichen Partnerschaft liegen viele Chancen

Das Leben ist wie ein Etappenlauf. Krisen müssen bewältig werden, schöne Momente sollen gemeinsam genossen werden. Der Ausdauersport ist für viele ein Ventil. Sie können entspannen und den Alltag hinter sich lassen. Selbstvertrauen tanken, wenn die Ziellinie erreicht ist und wieder gestärkt in den Alltag gehen. Auf dem Weg des Lebens liegen schon genug Steine, gemeinsam lassen sich diese leichter beiseite räumen. Gegenseitige Unterstützung, sowohl für den Sport als auch für den Alltag, und gegenseitige Motivation stärkt jede Beziehung. Gegenseitiger Respekt und Solidarität sind heute große Worte, aber nur gemeinsam ist man wirklich stark. Das gilt ganz besonders für eine sportliche Partnerschaft.

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Bitte beachte, dass die Informationen in den Artikeln des Polar Blogs keine individuelle Beratung durch medizinische Fachkräfte ersetzen können. Bevor du ein neues Fitnessprogramm beginnst, hole ärztlichen Rat ein.

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